Krankheiten & Schädlinge

Brandkrustenpilz

Kein Pilz unterschätzt sich leichter und schlägt härter zu: Der Brandkrustenpilz arbeitet versteckt am Stammfuß, baut tragendes Holz von innen ab und …

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Kein Pilz unterschätzt sich leichter und schlägt härter zu: Der Brandkrustenpilz arbeitet versteckt am Stammfuß, baut tragendes Holz von innen ab und bringt Bäume oft ohne Vorwarnung zu Fall. Wer ihn kennt, kontrolliert genauer.

Schwarze, krustige Beläge des Brandkrustenpilzes am Stammfuß einer Buche
So sieht es aus: schwarze, wie verbrannt wirkende Krusten am Stammfuß.
LateinischKretzschmaria deusta
SchadbildWeißfäule am Stammfuß
HauptwirteBuche, Linde, Ahorn
GefahrSprödbruch, oft ohne Vorwarnung

Steckbrief: ein heimtückischer Fäulepilz

Der Brandkrustenpilz (Kretzschmaria deusta, früher Ustulina deusta) ist einer der gefährlichsten holzzerstörenden Pilze an Stadt- und Parkbäumen. Er besiedelt den Stammfuß und die Wurzelanläufe – also genau die Zone, die für die Standsicherheit entscheidend ist.

BrandkrustenpilzStammfuss mit schwarzer Brandkruste und innerer Weissfaeule sowie Hinweisliste.Brandkrustenpilz am StammfußWeiß-fäuleWorauf achten?Anfangs grau-silbriger Belag, späterschwarze, brüchige „Brandkruste“ am FußBefällt v. a. Buche, Linde, AhornBaut das Holz von innen ab (Weißfäule)Versagen oft ohne Vorwarnung → Standsicherheit!Verdacht? Eingehende Untersuchungdurch Fachperson – nicht abwarten.astrein-trilux.de
Schwarze Krusten am Stammfuß und Weißfäule im Inneren – das Schadbild des Brandkrustenpilzes.

Warum er so gefährlich ist

Drei Eigenschaften machen ihn zur Bedrohung:

Woran man ihn erkennt

Das Erscheinungsbild ändert sich mit dem Alter des Befalls:

Welche Bäume betroffen sind

Bevorzugt befällt der Pilz Rotbuche, Linde, Ahorn und Rosskastanie, gelegentlich auch Eiche und andere Laubbäume. Eintrittspforten sind Wurzel- und Stammfußverletzungen – etwa durch Anfahren, Bauarbeiten oder Bodenverdichtung. Geschwächte, trockengestresste Bäume sind besonders anfällig.

Diagnose & Bewertung

Weil der Befall im Verborgenen liegt, reicht die Sichtkontrolle nicht aus. Im Verdachtsfall folgt die eingehende Untersuchung, um die verbleibende Restwandstärke zu bestimmen.

tR VerhaeltnisStammquerschnitt mit Hoehlung, Maszlinien fuer Restwand t und Radius R sowie Ampel-Faustregel.Restwandstärke: das t/R-VerhältnisHöhlung / FäuleRtt = gesunde RestwandFaustregel zur Bruchsicherheit.kritischi. d. R. ausreichendt/R ≈ 0,30Sinkt die Restwand unter rund ein Drittel desRadius, steigt die Bruchgefahr deutlich. OffeneWunden senken den Grenzwert zusätzlich.Ein hohler Baum ist nicht automatisch unsicher.astrein-trilux.de
Entscheidend ist, wie viel tragfähiges Holz am Stammfuß noch übrig ist.

Wegen der Sprödbruch-Neigung werden befallene Bäume allerdings strenger beurteilt als bei anderen Fäulen – die übliche t/R-Faustregel greift hier oft zu kurz.

Richtig handeln

Ein Befall am Stammfuß ist immer ein Fall für die Fachperson – keine Selbstdiagnose, kein Abwarten:

Häufige Fragen

Muss ein Baum mit Brandkrustenpilz gefällt werden?

Nicht immer sofort, aber er muss dringend fachlich untersucht werden. Wegen der Neigung zum unangekündigten Sprödbruch werden befallene Bäume streng beurteilt; bei fortgeschrittenem Befall am Stammfuß ist die Fällung oft unvermeidlich.

Ist der Brandkrustenpilz ansteckend für andere Bäume?

Er verbreitet sich über Sporen und befällt bevorzugt geschwächte oder verletzte Laubbäume. Gesunde, unverletzte Bäume mit intaktem Stammfuß sind weniger gefährdet – Vorbeugung heißt vor allem, Verletzungen und Stress zu vermeiden.

Kann ich den Brandkrustenpilz selbst erkennen?

Erste Hinweise – grau-silbriger Belag oder schwarze Krusten am Stammfuß – ja. Die Gefährlichkeit liegt aber im Inneren. Die Beurteilung der Standsicherheit gehört zwingend in fachliche Hände.

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