Fachbegriffe rund um Baum, Schnitt und Streuobstwiese begegnen Ihnen in jedem Gutachten und Angebot. Dieses Lexikon erklärt sie verständlich – mit Kurzüberblick, Suche, Themenfilter und ausführlichen Detail-Artikeln zu den wichtigsten Begriffen.
A
- Ableiten / AbleitungsschnittSchnitt & Pflege
- Schnitttechnik, bei der ein zu langer oder zu steiler Ast nicht stumpf eingekürzt, sondern auf einen schwächeren, tiefer oder seitlich stehenden Seitenast – den Zugast – abgeleitet wird. Der Zugast übernimmt Saftstrom und Wuchsrichtung, sodass keine Stummel entstehen und die natürliche Verzweigung erhalten bleibt. Die schonendste Form, eine Krone einzukürzen.
- Abschottung / KompartimentierungBiologie & Anatomie
- Fähigkeit des Baumes, eine Wunde oder von Fäule befallenes Holz durch chemische und physikalische Barrieren abzuriegeln, statt sie wie ein Tier zu „heilen“. Der Baum opfert das befallene Gewebe und schützt das gesunde dahinter – die Grundlage des CODIT-Modells.
- AdventivknospeBiologie & Anatomie
- „Notknospe“, die nicht regulär in einer Blattachsel, sondern neu aus Kambium oder Kallusgewebe entsteht – etwa nach starkem Rückschnitt oder Verletzung. Häufige Quelle für Wassertriebe und Ständer.
- Apikaldominanz / SpitzenförderungBiologie & Anatomie
- Vorherrschaft der Triebspitze (Terminalknospe) über die seitlichen Knospen. Sie sorgt für den geraden Höhenwuchs; wird sie durch Schnitt aufgehoben, treiben darunter mehrere konkurrierende Triebe aus.
- Astkragen / AstringBiologie & Anatomie
- Verdickter Gewebewulst am Astansatz, in dem sich Stamm- und Astgewebe verzahnen; er enthält die natürliche Schutzzone. Ein fachgerechter Schnitt erfolgt unmittelbar vor dem Astkragen, ohne ihn zu verletzen – nur so überwallt die Wunde sauber.
- Astung / AufastungSchnitt & Pflege
- Gezieltes Entfernen der unteren Äste, um einen astfreien, hochwertigen Stamm (Wertholz) zu erziehen oder das nötige Lichtraumprofil über Wegen und Straßen herzustellen.
- Aufbauschnitt / ErziehungsschnittSchnitt & Pflege
- Schnitt in der Jugendphase, der aus Stammverlängerung und gut verteilten Leitästen ein tragfähiges Kronengerüst aufbaut. Legt Statik und Habitus für das ganze Baumleben fest.
- AugeObst & Streuobst
- Gärtnerische Bezeichnung für eine Knospe, besonders im Obstbau und bei der Veredelung (Okulation = „Äugeln“). Ein „schlafendes Auge“ ist eine ruhende, von Rinde überwachsene Knospe, die bei Bedarf wieder austreibt.
B
- BallenpflanzeStandort & Pflanzung
- Baum, der mit einem von Wurzeln durchzogenen Erdballen (oft in Drahtballierung und Jute) verpflanzt wird. Eine verbreitete, anwuchssichere Qualität für größere Bäume.
- BaumkatasterKontrolle & Statik
- Digitales oder kartografisches Verzeichnis aller Bäume eines Eigentümers mit Standort, Art, Maßen, Kontrollintervall und Befund. Wichtige Grundlage zur Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht.
- Baumkontrolle / RegelkontrolleKontrolle & Statik
- Wiederkehrende, meist visuelle Überprüfung eines Baumes auf Schäden, Pilze und Defekte (Baumsicherheit nach der VTA-Methode) zur Beurteilung von Stand- und Bruchsicherheit. Die Häufigkeit richtet sich nach Alter, Zustand und Standort. Eine schnelle Ersteinschätzung liefert unser Baum-Sicherheits-Check.
- BaumscheibeStandort & Pflanzung
- Offene, unbefestigte Bodenfläche rund um den Stammfuß. Sie sichert Wasser- und Luftzufuhr zu den Wurzeln und sollte nicht verdichtet oder versiegelt werden.
- Baumschutzsatzung / BaumschutzverordnungRecht & Naturschutz
- Kommunale Vorschrift, die das Fällen oder starke Beschneiden bestimmter Bäume (ab definiertem Stammumfang) genehmigungspflichtig macht. Der genaue Inhalt variiert von Gemeinde zu Gemeinde.
- BorkeBiologie & Anatomie
- Äußere, abgestorbene Rindenschicht älterer Bäume. Sie schützt vor Verdunstung, Frost, Hitze, Schädlingen und Feuer; ihr Muster ist oft arttypisch.
- BorkenkäferKrankheiten & Schädlinge
- Rindenbrütende Käfer, die unter der Rinde Gänge fräsen und den Saftstrom unterbrechen. Sie befallen vor allem geschwächte Nadelbäume (Fichte) und können sie zum Absterben bringen. Zum Detail-Artikel
- BrandkrustenpilzKrankheiten & Schädlinge
- Kretzschmaria deusta – ein gefährlicher, schwer erkennbarer Fäuleerreger an Stammfuß und Wurzelanlauf (v. a. Buche, Linde, Ahorn). Er baut das Holz massiv ab (Weißfäule) und führt oft zu unangekündigtem Versagen – ein Hauptgrund für eingehende Untersuchungen. Zum Detail-Artikel
- BruchsicherheitKontrolle & Statik
- Widerstand von Stamm und Ästen gegen Bruch unter Eigen- und Windlast. Wird unter anderem über die Restwandstärke (t/R-Verhältnis) beurteilt.
- BuschbaumObst & Streuobst
- Niedrige Obstbaumform mit Stammhöhe um 40–60 cm und kleiner Krone. Früh und bequem zu ernten, aber kurzlebiger als ein Hochstamm.
C
- CODIT-ModellKontrolle & Statik
- „Compartmentalization Of Decay In Trees“ – das Modell von Alex Shigo beschreibt, wie Bäume Fäule durch vier Schutzwände räumlich begrenzen. Es erklärt, warum kleine, fachgerechte Schnitte am Astring so wichtig sind. Zum Detail-Artikel
- ContainerwareStandort & Pflanzung
- Im Topf herangezogene Pflanze mit komplett durchwurzeltem Substrat. Ganzjährig pflanzbar, da der Wurzelraum beim Setzen ungestört bleibt.
D
- DickenwachstumBiologie & Anatomie
- Zunahme des Stamm- und Astumfangs durch Zellteilung im Kambium. Es erzeugt nach innen Holz (Xylem), nach außen Bast (Phloem) und bildet so die Jahresringe.
- Drei-Schnitt-TechnikSchnitt & Pflege
- Sicheres Absägen schwerer Äste in drei Schnitten: Entlastungsschnitt von unten, Trennschnitt, dann Feinschnitt am Astring. Verhindert das Ausreißen der Rinde bis in den Stamm.
- DruckzwieselKontrolle & Statik
- Zwiesel mit eingewachsener Rinde zwischen den beiden Stämmlingen. Da kein durchgehendes Holz die Teile verbindet, ist diese Sollbruchstelle stark einsturzgefährdet – ein häufiger Grund für Kronensicherungen.
E
- EdelreisObst & Streuobst
- Einjähriger Trieb einer gewünschten Sorte, der bei der Veredelung auf eine Unterlage gesetzt wird und Krone samt Sorteneigenschaften ausbildet.
- EichenprozessionsspinnerKrankheiten & Schädlinge
- Schmetterlingsraupe an Eichen, deren Brennhaare bei Mensch und Tier allergische Reaktionen auslösen. Befall ist zugleich ein Gesundheits- und Verkehrssicherungsthema. Zum Detail-Artikel
- Eingehende UntersuchungKontrolle & Statik
- Vertiefte Diagnose über die Sichtkontrolle hinaus – etwa mit Resistograph, Schalltomograph oder Zugversuch –, wenn die Regelkontrolle einen begründeten Verdacht ergeben hat.
- Erhaltungsschnitt / PflegeschnittSchnitt & Pflege
- Schnitt am ausgewachsenen Baum zum Erhalt von Vitalität, Verkehrssicherheit und Habitus: Totholz, Reibäste, Wassertriebe und Konkurrenztriebe werden entfernt, ohne die Kronenform zu verkleinern.
- EschentriebsterbenKrankheiten & Schädlinge
- Durch den eingeschleppten Pilz Hymenoscyphus fraxineus ausgelöste Komplexkrankheit, die Eschen flächig absterben lässt. Befallene Bäume werden rasch bruchgefährdet – oft mit Hallimasch am Stammfuß – und erfordern engmaschige Kontrolle. Zum Detail-Artikel
F
- FeuerbrandKrankheiten & Schädlinge
- Hochansteckende, meldepflichtige Bakterienkrankheit (Erwinia amylovora) an Kernobst und verwandten Gehölzen (Apfel, Birne, Weißdorn). Triebe welken hakenförmig und verfärben sich schwarz – „wie verbrannt“. Zum Detail-Artikel
- FlachwurzlerBiologie & Anatomie
- Baumart mit überwiegend flach streichendem Wurzelsystem (z. B. Fichte). Anfälliger für Windwurf als Tief- oder Herzwurzler.
- FLLRecht & Naturschutz
- Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. Sie gibt anerkannte Regelwerke wie die Baumkontrollrichtlinie und die ZTV-Baumpflege heraus, die den Stand der Technik definieren.
- FrostrissKontrolle & Statik
- Längsriss in Rinde und Holz durch Spannungen bei starkem Frost. Die wulstige Überwallung (Frostrippe) bleibt als Schwachstelle und mögliche Fäuleeintrittsstelle sichtbar.
- FruchtholzObst & Streuobst
- Mehrjährige Kurztriebe mit Blütenknospen, an denen Obstbäume tragen. Beim Schnitt wird altes, abgetragenes gegen junges Fruchtholz ausgetauscht.
G
- Grünschnitt / SommerschnittSchnitt & Pflege
- Schnitt im belaubten Zustand während der Vegetationszeit. Er bremst den Wuchs, fördert Blüte und Fruchtansatz und ermöglicht eine rasche Wundüberwallung. Ob aktuell geschnitten werden darf, zeigt unser Schnittzeit-Rechner.
- GuttationBiologie & Anatomie
- Aktive Abgabe von Wassertropfen über die Blattränder bei hoher Bodenfeuchte und geringer Verdunstung – nicht zu verwechseln mit Tau.
H
- Habitatbaum / BiotopbaumRecht & Naturschutz
- Baum mit ökologisch wertvollen Strukturen (Höhlen, Spaltrisse, Totholz, Mulm), der gezielt erhalten wird, weil er zahlreichen Arten Lebensraum bietet.
- HabitusBiologie & Anatomie
- Art- und alterstypische äußere Gesamtgestalt eines Baumes (Wuchsform der Krone). Abweichungen vom normalen Habitus sind oft erste Hinweise auf Schäden.
- HäckslerTechnik & Werkzeug
- Maschine, die Schnittgut zu Hackschnitzeln zerkleinert – für Abtransport, Mulchen oder energetische Verwertung.
- HallimaschKrankheiten & Schädlinge
- Holzzerstörender Pilz der Gattung Armillaria, erkennbar an Pilzbüscheln am Stammfuß und schwarzen „Rhizomorphen“ unter der Rinde. Verursacht Weißfäule an Wurzeln und Stammbasis und gefährdet die Standsicherheit. Zum Detail-Artikel
- HerzwurzelBiologie & Anatomie
- Wurzelsystem mit gleichmäßig schräg in Tiefe und Breite wachsenden Wurzeln (z. B. Eiche, Birke, Linde) – statisch besonders günstig.
- HochstammObst & Streuobst
- Klassische Streuobstform mit 1,8–2,2 m astfreiem Stamm. Langlebig, großkronig und darunter beweid- oder befahrbar – das Rückgrat der Streuobstwiese.
- Höhlung / HohlraumKontrolle & Statik
- Innerer Holzverlust durch Fäule. Solange eine ausreichende Restwandstärke bleibt, ist ein hohler Baum nicht zwangsläufig unsicher – entscheidend ist das t/R-Verhältnis.
- HubarbeitsbühneTechnik & Werkzeug
- Fahrbare Arbeitsbühne („Steiger“), mit der die Krone erreicht wird, wenn Klettern ungeeignet ist – etwa bei instabilen Bäumen, großer Höhe oder Zeitdruck.
I
- InternodiumBiologie & Anatomie
- Sprossabschnitt zwischen zwei Knoten (Nodien). Lange Internodien zeigen kräftigen, kurze einen schwächeren oder gebremsten Wuchs.
J
- JahresringBiologie & Anatomie
- Im Querschnitt sichtbarer Zuwachsring eines Jahres aus hellem Früh- und dunklem Spätholz. Erlaubt Altersbestimmung (Dendrochronologie) und zeigt gute wie schlechte Wuchsjahre.
- Juni-RissSchnitt & Pflege
- Ausbrechen oder Abreißen unerwünschter, noch grüner Triebe im Frühsommer. Die kleine Wunde überwallt schnell, und der Baum steckt weniger Kraft in Fehltriebe.
K
- Kallus / KallusgewebeBiologie & Anatomie
- Wundgewebe aus dem Kambium, das vom Wundrand her vorwächst und die Schnittfläche überwallt – sichtbar als „Wundwulst“.
- KambiumBiologie & Anatomie
- Dünne, teilungsfähige Zellschicht zwischen Holz und Bast. Sie erzeugt das gesamte Dickenwachstum; ihre Verletzung (z. B. durch Anfahren) schädigt den Baum nachhaltig.
- KandelaberschnittSchnitt & Pflege
- Regelmäßiger Rückschnitt auf ein festes „Kandelaber“-Gerüst (eine Form des Pollardings) bei Alleen und Stadtbäumen. Muss dauerhaft fortgeführt werden, sonst entstehen instabile Anbindungen.
- KappungSchnitt & Pflege
- Fachlich abgelehntes, willkürliches Absägen der Krone auf Stummel ohne Ableitung. Folgen sind Fäuleeintritt, instabile Wassertriebe (Ständer) und Vitalitätsverlust – kein Baumschnitt, sondern eine Baumschädigung. Zum Detail-Artikel
- KernholzBiologie & Anatomie
- Innerer, nicht mehr wasserleitender, oft dunkler und mit Inhaltsstoffen eingelagerter Holzkörper. Er gibt dem Stamm Festigkeit und ist bei vielen Arten besonders fäuleresistent.
- Kopfbaum / SchneitelnSchnitt & Pflege
- Traditionelle Bewirtschaftung (Kopfweide, Kopflinde), bei der Triebe regelmäßig auf denselben „Kopf“ zurückgenommen werden. Schafft wertvolle Habitatstrukturen, muss aber dauerhaft fortgeführt werden.
- KopulationObst & Streuobst
- Veredelung mit schrägem Gegenschnitt von gleich starkem Edelreis und Unterlage; mit Gegenzunge spricht man von „englischer Kopulation“. Klassische Methode zur Anzucht junger Obstbäume.
- KronenauslichtungSchnitt & Pflege
- Entfernen von Totholz, Reibästen, Wassertrieben und sich kreuzenden Ästen, um Licht, Luft und eine stabile Lastverteilung in der Krone zu fördern – ohne die Kronenform zu verkleinern.
- Kroneneinkürzung / KronenrückschnittSchnitt & Pflege
- Verkleinerung der Krone durch Ableiten auf tragfähige Seitenäste, etwa zur Lastreduktion oder bei Bedrängung. Fachgerecht nur mit Zugästen, niemals als Kappung.
- KronensicherungKontrolle & Statik
- Einbau dynamischer oder statischer Seilsysteme (Gurtbänder) in die Krone, um bruchgefährdete Stämmlinge oder Zwiesel zu sichern und den Baum zu erhalten. Zum Detail-Artikel
L
- LackporlingKrankheiten & Schädlinge
- Ganoderma – konsolenförmiger Pilz mit oft lackartig glänzender Oberfläche an Stammfuß und Wurzelanläufen. Erreger einer Weißfäule, die die Standsicherheit erheblich beeinträchtigt. Zum Detail-Artikel
- LeitastSchnitt & Pflege
- Tragender Hauptast erster Ordnung, der zusammen mit der Stammverlängerung das Kronengerüst bildet. Im Oeschberg-Schnitt sind meist drei bis vier Leitäste gleichmäßig verteilt.
- LentizellenBiologie & Anatomie
- Korkporen in der Rinde, die den Gasaustausch (Atmung) des lebenden Gewebes ermöglichen. Als helle Pünktchen oder Striche sichtbar.
- LichtraumprofilRecht & Naturschutz
- Freizuhaltender Raum über Straßen, Wegen und Gehsteigen (z. B. 4,5 m über Fahrbahnen, 2,5 m über Gehwegen). Wird durch Aufastung bzw. Lichtraumprofilschnitt gesichert.
- LokalsorteObst & Streuobst
- Regional entstandene, oft seltene Obstsorte mit besonderer Anpassung und Geschmack. Ihr Erhalt ist ein Hauptziel der Streuobstförderung.
M
- MarkstrahlenBiologie & Anatomie
- Radial vom Mark nach außen verlaufende Zellbänder, die Wasser und Nährstoffe quer im Stamm verteilen und Reservestoffe speichern.
- MassariakrankheitKrankheiten & Schädlinge
- Pilzkrankheit (Splanchnonema platani) vor allem an Platanen, die unter Trockenstress rasch ganze Äste absterben lässt. Wegen des plötzlichen Astabwurfs sicherheitsrelevant und kontrollintensiv. Zum Detail-Artikel
- MehltauKrankheiten & Schädlinge
- Pilzkrankheit mit weiß-mehligem Belag (Echter Mehltau) oder grau-violettem Belag auf Blattunterseiten (Falscher Mehltau). Schwächt Obst- und Ziergehölze. Zum Detail-Artikel
- MistelKrankheiten & Schädlinge
- Halbschmarotzer, der in Ästen wurzelt und dem Baum Wasser sowie Nährstoffe entzieht. Starker Befall schwächt vor allem Apfel, Pappel und Tanne. Zum Detail-Artikel
- Monilia / SpitzendürreKrankheiten & Schädlinge
- Pilz (Monilinia), der bei Steinobst über die Blüte einfährt und Triebspitzen schlagartig welken lässt (Spitzendürre); zudem verursacht er Fruchtfäule mit ringförmigen Sporenpolstern. Zum Detail-Artikel
- Mostobst / TafelobstObst & Streuobst
- Tafelobst ist für den Frischverzehr bestimmt (Aussehen und Lagerfähigkeit zählen); Mostobst dient der Verarbeitung zu Saft, Most und Brand – die typische Nutzung von Streuobst.
- MykorrhizaBiologie & Anatomie
- Symbiose zwischen Feinwurzeln und Bodenpilzen: Der Pilz erweitert das Aufnahmenetz für Wasser und Nährstoffe enorm, der Baum liefert Zucker. Essenziell für die Vitalität. Zum Detail-Artikel
N
- Niederstamm / SpindelObst & Streuobst
- Niedrige, auf schwach wachsender Unterlage veredelte Erwerbsobstform mit Stammhöhe um 60 cm. Früh tragend und leicht zu ernten, aber stützbedürftig und kurzlebig.
O
- Oeschberg-SchnittObst & Streuobst
- In der Schweiz entwickeltes Erziehungssystem für Hochstamm-Obstbäume mit einer dominanten Stammverlängerung und wenigen, steil angesetzten Leitästen. Erzeugt stabile, langlebige und gut belichtete Kronen. Zum Detail-Artikel
- OkulationObst & Streuobst
- Veredelung durch Einsetzen eines einzelnen „Auges“ (Knospe) unter die Rinde der Unterlage. Die wichtigste Vermehrungsmethode in der Baumschule.
P
- PflanzschnittSchnitt & Pflege
- Erster Schnitt nach der Pflanzung wurzelnackter Bäume. Er bringt Krone und reduziertes Wurzelwerk ins Gleichgewicht und legt die künftigen Leitäste an.
- PfropfenObst & Streuobst
- Veredelung stärkerer Unterlagen oder Umveredelung alter Bäume, bei der Edelreiser in Rinde oder Spalt der Unterlage eingesetzt werden (z. B. Rindenpfropfung, Geißfußveredelung).
- Phloem / BastBiologie & Anatomie
- Leitgewebe in der Innenrinde, das die in den Blättern gebildeten Zuckerstoffe (Assimilate) im ganzen Baum verteilt – das Gegenstück zum wasserleitenden Xylem.
- PomologieObst & Streuobst
- Wissenschaft und Lehre der Obstsorten. Ein Pomologe bestimmt und beschreibt Sorten und hilft, alte Lokalsorten auf Streuobstwiesen zu erhalten.
Q
- QuirlBiologie & Anatomie
- Mehrere etwa auf gleicher Höhe rund um den Stamm entspringende Äste (typisch bei Kiefer und Fichte). Eng stehende Quirläste können statisch ungünstige Konkurrenz erzeugen.
R
- ReaktionsholzKontrolle & Statik
- Vom Baum gezielt gebildetes Verstärkungsholz zur Korrektur von Belastungen: bei Laubbäumen Zugholz (oberseits), bei Nadelbäumen Druckholz (unterseits). Es zeigt eine Statikanpassung an.
- ReibastSchnitt & Pflege
- Zwei sich berührende, aneinander scheuernde Äste. Die Reibung verletzt die Rinde und öffnet eine Fäuleeintrittsstelle – beim Pflegeschnitt wird einer der Äste entfernt.
- ReiterationBiologie & Anatomie
- Wiederholung der baumeigenen Grundarchitektur – etwa wenn nach Verlust der Spitze ein Seitentrieb die Führung übernimmt und eine neue „Krone in der Krone“ bildet. Wichtig für die Vitalität alternder Bäume.
- ResistographKontrolle & Statik
- Diagnosegerät, das eine dünne Nadel ins Holz treibt und den Bohrwiderstand aufzeichnet. Macht Fäule, Höhlungen und Risse im Inneren messbar – Teil der eingehenden Untersuchung.
- Restwandstärke / t/R-VerhältnisKontrolle & Statik
- Verhältnis der verbliebenen gesunden Wanddicke (t) zum Stammradius (R). Als Faustwert steigt bei Fäule oder Höhlung unterhalb von etwa t/R = 0,3 die Bruchgefahr deutlich an. Zum Detail-Artikel
- RiesenporlingKrankheiten & Schädlinge
- Meripilus giganteus – großer, fächeriger Pilz am Stammfuß vor allem der Buche. Zerstört die Grobwurzeln (Weißfäule) und gefährdet die Standsicherheit; häufig Anlass zur Fällung. Zum Detail-Artikel
- RindeneinschlussKontrolle & Statik
- Zwischen zwei eng stehenden Stämmlingen oder am Astansatz eingeklemmte Rinde, die eine feste Holzverbindung verhindert. Eine klassische statische Schwachstelle (siehe Druckzwiesel).
- Roloff-VitalitätsstufenKontrolle & Statik
- Vierstufiges System (Stufe 0–3) zur Beurteilung der Baumvitalität anhand der Verzweigungsstruktur in der Kronenperipherie. Hilft, Schädigungen früh zu erkennen.
S
- SaftwaageObst & Streuobst
- Erfahrungsregel im Obstbaumschnitt: Je steiler ein Trieb steht und je höher seine Spitze, desto stärker wächst er. Über die Stellung der Triebe lässt sich der Wuchs gezielt steuern.
- SchalltomographieKontrolle & Statik
- Bildgebendes, zerstörungsfreies Verfahren, das aus Schalllaufzeiten zwischen Sensoren am Stammumfang einen Querschnitt mit Fäule- und Hohlraumzonen errechnet.
- Schlankheitsgrad (h/d-Wert)Kontrolle & Statik
- Verhältnis von Baumhöhe (h) zu Stammdurchmesser (d). Hohe, dünne Bäume (großer h/d-Wert) sind schwankungs- und bruchgefährdeter als gedrungene.
- Schnittführung am AstringSchnitt & Pflege
- Korrekte Schnittstelle direkt vor dem Astkragen – ohne Stummel und ohne den Kragen zu verletzen. Voraussetzung für saubere Überwallung und wirksame Abschottung. Zum Detail-Artikel
- Schonzeit (§ 39 BNatSchG)Recht & Naturschutz
- Vom 1. März bis 30. September dürfen Hecken, lebende Zäune und Gehölze nicht „auf den Stock gesetzt“ oder stark zurückgeschnitten werden – zum Schutz brütender Vögel. Schonende Pflege- und Formschnitte bleiben erlaubt. Details je Maßnahme zeigt unser Schnittzeit-Rechner.
- SchorfKrankheiten & Schädlinge
- Häufige Pilzkrankheit an Apfel und Birne (Venturia) mit dunklen, rissigen Flecken auf Blättern und Früchten. Mindert vor allem die Vermarktbarkeit von Tafelobst. Zum Detail-Artikel
- SchwefelporlingKrankheiten & Schädlinge
- Leuchtend gelb-oranger Pilz, der eine Braunfäule im Kernholz (u. a. Eiche, Robinie, Obstbäume) verursacht. Schwächt die Bruchsicherheit von innen. Zum Detail-Artikel
- Seilklettertechnik (SKT)Technik & Werkzeug
- Verfahren, bei dem der Baumpfleger über Seil und Klettergurt gesichert in die Krone gelangt und dort arbeitet – schonend für Baum und Boden und ohne Steigeisen. Zum Detail-Artikel
- SplintholzBiologie & Anatomie
- Äußerer, lebender und wasserleitender Holzbereich zwischen Kambium und Kernholz. Transportiert Wasser von den Wurzeln in die Krone und speichert Reservestoffe.
- Ständer / WassertriebSchnitt & Pflege
- Steil aufrecht schießende, schwach angebundene Triebe aus schlafenden oder Adventivknospen – oft nach Stress oder zu starkem Schnitt. Statisch schwach und meist zu entfernen oder abzuleiten.
- StandsicherheitKontrolle & Statik
- Widerstand des Baumes gegen Umkippen oder Entwurzeln (Versagen im Wurzel-Boden-Bereich). Wird unter anderem mit dem Zugversuch geprüft.
- StockausschlagBiologie & Anatomie
- Neuaustrieb aus dem Wurzelstock nach dem Fällen oder „Auf-den-Stock-Setzen“. Grundlage der Niederwaldwirtschaft und mancher Heckenpflege.
- StreuobstwieseObst & Streuobst
- Extensiv genutzte Wiese mit verstreut stehenden, hochstämmigen Obstbäumen verschiedener Sorten und Arten. Ein artenreicher Lebensraum und eine Kulturlandschaft von hohem ökologischem Wert. Zum Detail-Artikel
- Stubbenfräse / WurzelfräseTechnik & Werkzeug
- Maschine, die den nach der Fällung verbliebenen Wurzelstock (Stubben) bis unter die Bodenoberfläche zerspant.
T
- Tiefwurzler / PfahlwurzelBiologie & Anatomie
- Baumart mit tief reichender Hauptwurzel (z. B. Eiche, Tanne, Kiefer). Gute Verankerung und Erschließung tiefer Wasservorräte.
- TotholzSchnitt & Pflege
- Abgestorbene Äste in der Krone. Ökologisch wertvoll, über Verkehrsflächen jedoch sicherheitsrelevant und dann zu entfernen. Stärke und Lage werden bei der Kontrolle beurteilt.
- Trauf / KronentraufeStandort & Pflanzung
- Senkrechte Projektion des Kronenrandes auf den Boden. Sie markiert grob den Hauptwurzelbereich und die Fläche, unter der Bodenschutz besonders wichtig ist.
U
- ÜberwallungBiologie & Anatomie
- Allmähliches Überwachsen einer Wunde durch vom Rand vorwachsendes Kallusgewebe. Kleine, runde Schnittwunden am Astring überwallen am schnellsten.
- UnterlageObst & Streuobst
- Wurzeltragende Pflanze, auf die das Edelreis veredelt wird. Sie bestimmt Wuchsstärke, Standfestigkeit und Bodenansprüche – vom Sämling für Hochstämme bis zu schwachwüchsigen Typen für Spindeln.
V
- VeredelungObst & Streuobst
- Verbindung eines Edelreises der Wunschsorte mit einer Unterlage (Okulation, Kopulation, Pfropfen). So lassen sich Sorteneigenschaften und gewünschte Wuchsstärke kombinieren. Zum Detail-Artikel
- VerkehrssicherungspflichtRecht & Naturschutz
- Rechtliche Pflicht des Baumeigentümers, von seinen Bäumen ausgehende Gefahren für Dritte abzuwenden – erfüllt durch regelmäßige, dokumentierte Baumkontrollen und nötige Maßnahmen. Mehr dazu im Ratgeber Baumsicherheit. Zum Detail-Artikel
- VitalitätKontrolle & Statik
- Lebenskraft und Regenerationsvermögen eines Baumes, ablesbar an Trieblängen, Belaubungsdichte und Kronenstruktur. Sinkende Vitalität erhöht die Anfälligkeit für Schädlinge und Defekte.
- VTA – Visual Tree AssessmentKontrolle & Statik
- Von Claus Mattheck begründete Methode der visuellen Baumkontrolle: Aus äußeren Symptomen (Wülste, Risse, Pilze, Habitusveränderungen) wird auf innere Defekte geschlossen. Verdachtsmomente führen zur eingehenden Untersuchung. Hintergründe im Ratgeber Baumsicherheit. Zum Detail-Artikel
W
- Weißfäule / BraunfäuleKrankheiten & Schädlinge
- Zwei Typen der Holzfäule: Weißfäule baut vor allem Lignin ab (Holz wird faserig-hell), Braunfäule die Zellulose (Holz wird braun und würfelig-brüchig). Beide schwächen die Tragfähigkeit, Braunfäule meist rascher. Zum Detail-Artikel
- Windwurf / WindbruchKontrolle & Statik
- Windwurf bezeichnet das Entwurzeln des ganzen Baumes (die Standsicherheit versagt), Windbruch das Brechen von Stamm oder Ästen (die Bruchsicherheit versagt).
- Wundbehandlung / WundverschlussmittelSchnitt & Pflege
- Aufgetragene Pasten zur „Wundversorgung“. Heute nur noch in Ausnahmefällen verwendet – flächiges Verstreichen kann Fäule sogar fördern, da der Baum die Wunde selbst abschottet.
- Wurzelhals / StammfußBiologie & Anatomie
- Übergang von Stamm zu Wurzel an der Bodenoberfläche. Sehr empfindlich gegen zu tiefe Pflanzung, Verdichtung und Verletzungen; viele Schadpilze setzen genau hier an.
X
- Xylem / HolzBiologie & Anatomie
- Wasserleitendes Gewebe (Splint- und Kernholz), das Wasser und Mineralstoffe von den Wurzeln in die Krone transportiert und den Baum mechanisch trägt.
Z
- Zapfenschnitt / StummelSchnitt & Pflege
- Fehlerhaftes Belassen eines Aststummels, statt am Astring zu schneiden. Der Stummel stirbt ab, wird nicht überwallt und bildet eine Eintrittspforte für Fäule. (Ein bewusster Zapfen kommt nur bei bestimmten Sicherungsschnitten vor.)
- ZugastSchnitt & Pflege
- Der seitliche Ast, auf den beim Ableiten eingekürzt wird und der künftig Saftstrom und Wuchsrichtung übernimmt. Er sollte mindestens etwa ein Drittel des Durchmessers des entfernten Astteils haben.
- Zugversuch / Pulling-TestKontrolle & Statik
- Messverfahren zur Beurteilung von Stand- und Bruchsicherheit: Über ein Seil wird eine definierte Last aufgebracht und mit Sensoren (Elasto- und Inclinometer) die Stammdehnung sowie die Wurzelneigung gemessen. Zum Detail-Artikel
- ZwieselKontrolle & Statik
- Gabelung des Stammes oder eines Astes in zwei etwa gleich starke Teile. Mit eingewachsener Rinde (Druckzwiesel) statisch gefährdet, mit durchgehender Holzverbindung (Zugzwiesel) meist tragfähig.
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