Krankheiten & Schädlinge

Mistel

Im Winter sind sie nicht zu übersehen: immergrüne Kugeln in den kahlen Kronen. Einzelne Misteln sind harmlos und ökologisch wertvoll – doch starker Befall …

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Im Winter sind sie nicht zu übersehen: immergrüne Kugeln in den kahlen Kronen. Einzelne Misteln sind harmlos und ökologisch wertvoll – doch starker Befall kann einen Baum in Trockenjahren ernsthaft schwächen.

Kahler Laubbaum im Winter mit mehreren grünen, kugeligen Misteln in der Krone
Immergrüne Mistelkugeln in der winterlichen Krone – so erkennen Sie den Befall am leichtesten.
TypHalbschmarotzer
WirteApfel, Pappel, Tanne, Linde
WirkungWasser- & Nährstoffentzug
Sichtbarimmergrüne Kugeln im Winter

Steckbrief

Die Mistel (Viscum album) ist ein Halbschmarotzer: Sie betreibt mit ihren grünen Blättern eigene Photosynthese, zapft aber über sogenannte Senkwurzeln das Wasser und die Nährsalze des Wirtsbaums an. Verbreitet wird sie durch Vögel, die die klebrigen weißen Beeren fressen.

Wann sie gefährlich wird

Einzelne Misteln verträgt ein gesunder Baum problemlos. Bei starkem Befall summiert sich jedoch der Wasserentzug – besonders in Trockenjahren. Die Folgen sind Kronenverlichtung, das Absterben einzelner Äste und eine allgemeine Schwächung, die andere Schaderreger einlädt. Besonders betroffen sind Apfel, Pappel, Linde und Tanne.

Richtig entfernen

Misteln einfach abzureißen, bringt nichts: Die Senkwurzeln bleiben im Ast und treiben wieder aus. Wirksam ist nur, den befallenen Ast ein gutes Stück unterhalb der Mistel abzuschneiden – sofern die Aststärke das zulässt. Bei starkem Befall reduziert man den Bestand am besten über mehrere Jahre verteilt.

Ökologischer Wert

Misteln sind nicht nur Schädling: Ihre Beeren sind im Winter eine wichtige Vogelnahrung, und die Pflanze ist Lebensraum für spezialisierte Insekten. In Maßen – auf vitalen Bäumen – darf sie deshalb durchaus geduldet werden.

Häufige Fragen

Schadet eine Mistel meinem Baum?

Einzelne Misteln sind harmlos. Erst starker Befall entzieht so viel Wasser, dass der Baum – vor allem in Trockenjahren – geschwächt wird, die Krone verlichtet und Äste absterben können.

Reicht es, die Mistel abzureißen?

Nein. Die Senkwurzeln bleiben im Holz und treiben wieder aus. Man muss den befallenen Ast deutlich unterhalb der Mistel abschneiden, soweit die Aststärke es erlaubt.

Soll man Misteln immer entfernen?

Nicht zwingend. In Maßen sind sie ökologisch wertvoll. Auf vitalen Bäumen kann man sie dulden; nur bei starkem Befall oder geschwächten Bäumen sollte man sie über die Jahre reduzieren.

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