Krankheiten & Schädlinge

Weißfäule / Braunfäule

Nicht jede Fäule ist gleich. Ob ein Baum faserig-weich oder würfelig-brüchig zerfällt, verrät, welcher Pilz am Werk ist – und wie schnell die …

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Nicht jede Fäule ist gleich. Ob ein Baum faserig-weich oder würfelig-brüchig zerfällt, verrät, welcher Pilz am Werk ist – und wie schnell die Tragfähigkeit verloren geht.

Querschnitt durch morsches Holz mit hellem, faserigem und braunem, würfeligem Zerfall
Faserig-heller Zerfall (Weißfäule) gegenüber braun-würfeligem Zerfall (Braunfäule).
Typzwei Holzfäule-Arten
WeißfäuleLignin-Abbau, faserig hell
BraunfäuleCellulose-Abbau, braun würfelig
FolgeVerlust der Tragfähigkeit

Weißfäule

Bei der Weißfäule bauen die Pilze vor allem das Lignin (oft auch Cellulose) ab. Das Holz wird hell, faserig und weich, wirkt „ausgewaschen“ und verliert allmählich an Festigkeit. Typische Erreger sind Hallimasch, Brandkrustenpilz, Lackporling und Riesenporling.

Braunfäule

Bei der Braunfäule wird die Cellulose abgebaut, das braune Lignin bleibt zurück. Das Holz verfärbt sich braun, reißt würfelig auf und zerfällt schließlich zu Pulver. Es verliert besonders schnell an Festigkeit und neigt zum Sprödbruch. Klassischer Erreger ist der Schwefelporling.

Bedeutung für die Statik

Beide Fäulen schwächen die Tragfähigkeit – die Braunfäule tendenziell schneller und tückischer, weil das Holz spröde bricht. Entscheidend für die Beurteilung ist die verbleibende Restwandstärke.

tR VerhaeltnisStammquerschnitt mit Hoehlung, Maszlinien fuer Restwand t und Radius R sowie Ampel-Faustregel.Restwandstärke: das t/R-VerhältnisHöhlung / FäuleRtt = gesunde RestwandFaustregel zur Bruchsicherheit.kritischi. d. R. ausreichendt/R ≈ 0,30Sinkt die Restwand unter rund ein Drittel desRadius, steigt die Bruchgefahr deutlich. OffeneWunden senken den Grenzwert zusätzlich.Ein hohler Baum ist nicht automatisch unsicher.astrein-trilux.de
Egal welcher Fäuletyp – am Ende zählt die verbleibende gesunde Restwand.

Sonderfall Moderfäule

Die Moderfäule (Softrot) tritt bei dauerhaft feuchten Bedingungen oberflächlich auf, etwa an der Stammbasis im Erdkontakt. Sie schreitet langsam voran, kann aber die äußere Zone schwächen.

Totholz: Gefahr und Wert zugleich

Verfaultes Holz ist nicht nur ein Sicherheitsrisiko, sondern auch ein wertvoller Lebensraum für Insekten, Pilze und Vögel. An sicheren Standorten ist Totholz deshalb erwünscht – über Verkehrsflächen hingegen muss es entfernt werden. Die Kunst der Baumpflege liegt darin, beides abzuwägen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Weißfäule und Braunfäule?

Weißfäule baut vor allem Lignin ab – das Holz wird hell, faserig und weich. Braunfäule baut die Cellulose ab – das Holz wird braun, würfelig-brüchig und verliert besonders schnell an Festigkeit.

Welche Fäule ist gefährlicher?

Tendenziell die Braunfäule, weil das Holz spröde wird und schlagartig bricht. Letztlich entscheidet aber immer die verbleibende Restwandstärke über die Sicherheit, nicht allein der Fäuletyp.

Muss fauler Baum immer gefällt werden?

Nein. Solange genug gesunde Restwand bleibt, kann ein teilweise fauler Baum sicher sein – und ist als Totholzlebensraum wertvoll. Über Verkehrsflächen gelten allerdings strengere Maßstäbe.

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