Früher strich man jede Schnittwunde dick mit Baumwachs zu. Heute weiß man: Der Baum kann das besser allein – und der Anstrich schadet oft mehr, als er nützt.
Warum man kaum noch behandelt
Der Baum verschließt Wunden nicht von außen, sondern schottet sie innen ab und überwallt sie vom Rand. Ein flächiger Anstrich kann Feuchtigkeit und Pilzsporen einschließen, reißt mit der Zeit und bietet darunter ein feuchtes Milieu – Fäule wird eher gefördert.
Was wirklich zählt
Entscheidend ist ein sauberer Schnitt am Astring mit scharfem Werkzeug. In wenigen Sonderfällen (z. B. Glätten ausgefranster Wundränder, bestimmte Pflanzenschutz-Situationen) wird gezielt behandelt – flächiges Verstreichen ist die Ausnahme, nicht die Regel.
Häufige Fragen
Soll man Baumwunden mit Wundverschluss bestreichen?
Im Normalfall nein. Der Baum schottet die Wunde selbst ab; ein flächiger Anstrich kann Feuchtigkeit einschließen und Fäule fördern. Wichtiger ist ein sauberer Schnitt am Astring.
Gibt es Fälle, in denen man Wunden behandelt?
Nur wenige – etwa das Glätten ausgefranster Wundränder. Das flächige Verstreichen von Wundverschlussmitteln gilt als überholt.