Biologie & Anatomie

Adventivknospe

Wenn ein Baum unter Druck gerät, hat er ein Notprogramm: Aus scheinbar totem Gewebe sprießen plötzlich neue Triebe. Verantwortlich sind Adventivknospen – …

4 Min. Lesezeit Biologie & Anatomie Trier & Luxemburg

Wenn ein Baum unter Druck gerät, hat er ein Notprogramm: Aus scheinbar totem Gewebe sprießen plötzlich neue Triebe. Verantwortlich sind Adventivknospen – die Reserve des Baumes.

Wasneu gebildete Knospe
HerkunftKambium / Kallusgewebe
AuslöserStress, Rückschnitt
FolgeWassertriebe / Ständer

Was ist eine Adventivknospe?

Normale Knospen sitzen geordnet in den Blattachseln. Eine Adventivknospe entsteht dagegen neu und ungeordnet – aus dem Kambium, aus Kallusgewebe oder aus der Rinde. Sie ist das Notprogramm des Baumes, um nach Verletzung oder starkem Blattverlust schnell wieder Blattmasse zu bilden.

Warum daraus Probleme werden

Aus Adventiv- und schlafenden Knospen schießen oft Wassertriebe (Ständer) – steil aufrechte, schwach angebundene Triebe. Sie sitzen nur in der äußeren Rinde, sind statisch instabil und brechen später leicht aus. Nach einer Kappung bildet der Baum sie massenhaft.

Bedeutung für den Schnitt

Wer schonend schneidet, vermeidet diesen Notaustrieb. Übermäßiger Rückschnitt provoziert ihn. Im Pflegeschnitt werden überzählige Ständer früh entfernt oder auf einen brauchbaren Trieb abgeleitet.

Häufige Fragen

Woher kommen plötzlich viele neue Triebe am Stamm?

Meist aus Adventiv- und schlafenden Knospen. Nach Stress, starkem Rückschnitt oder einer Kappung aktiviert der Baum diese Reserveknospen und bildet zahlreiche Wassertriebe.

Sind diese Triebe ein Problem?

Oft ja. Wassertriebe aus Adventivknospen sind schwach angebunden und können später ausbrechen. Im Pflegeschnitt werden sie ausgelichtet oder abgeleitet.

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