Warum wächst eine Tanne so schön gerade nach oben? Weil die oberste Knospe das Sagen hat. Diese Vorherrschaft der Spitze – die Apikaldominanz – ist der Schlüssel zur Wuchssteuerung.
Wer das Sagen hat
Die Endknospe eines Triebs (Terminalknospe) sendet Hormone aus, die das Austreiben der darunterliegenden Seitenknospen bremsen. So bündelt der Baum seine Kraft in die Höhe – das nennt man Apikaldominanz oder Spitzenförderung.
Was beim Schnitt passiert
Entfernt man die Spitze, fällt die Bremse weg: Mehrere darunter liegende Knospen treiben gleichzeitig aus und konkurrieren. Genau das nutzt der Erziehungsschnitt, um Verzweigung zu fördern – oder vermeidet ihn, um eine dominante Stammverlängerung zu erhalten.
Praxis: Wuchs lenken
Im Obstbaumschnitt steuert man über die Apikaldominanz und die Saftwaage gezielt, welcher Trieb stark und welcher schwach wächst – steile, hohe Triebe dominieren, flache werden ruhiger.
Häufige Fragen
Was ist Apikaldominanz einfach erklärt?
Die oberste Knospe eines Triebs unterdrückt mit Hormonen das Austreiben der Seitenknospen. Dadurch wächst der Baum vor allem in die Höhe, statt sich gleich stark zu verzweigen.
Was passiert, wenn ich die Triebspitze abschneide?
Die Hemmung entfällt, und mehrere darunterliegende Knospen treiben gleichzeitig aus. Der Trieb verzweigt sich stärker – ein Effekt, den man im Erziehungsschnitt gezielt nutzt.