Der wichtigste Zentimeter beim Baumschnitt ist der Astkragen. Wer ihn erkennt und respektiert, schneidet so, dass der Baum die Wunde selbst beherrscht – wer ihn verletzt, öffnet die Tür für Fäule.
Was ist der Astkragen?
Am Übergang von Ast zu Stamm sitzt ein verdickter Gewebewulst – der Astkragen (auch Astring). Hier verzahnen sich Stamm- und Astgewebe, und hier liegt eine chemische Schutzzone, die den Stamm bei einem Astverlust abschottet. Oben am Ansatz erkennt man oft eine Rindenfalte, den Astrindenkragen.
Richtig schneiden
Ein fachgerechter Schnitt verläuft unmittelbar vor dem Astkragen, ohne ihn zu verletzen. Nur so bleibt die Schutzzone intakt, die Wunde ist klein und rund und überwallt rasch. Details dazu im Artikel Schnittführung am Astring.
Was passiert bei Verletzung
Wird der Kragen weggeschnitten (glatter „Flush Cut“), durchtrennt man die Schutzzone – es entsteht eine große, schlecht abschottende Wunde. Bleibt umgekehrt ein Stummel stehen, stirbt dieser ab und fault ein.
Häufige Fragen
Was ist der Astkragen?
Der verdickte Wulst am Astansatz, in dem sich Stamm- und Astgewebe verzahnen. Er enthält die natürliche Schutzzone des Baumes und darf beim Schnitt nicht verletzt werden.
Wo schneidet man einen Ast richtig ab?
Direkt vor dem Astkragen, parallel zu ihm, ohne ihn anzuschneiden und ohne einen Stummel zu lassen. So überwallt die Wunde am schnellsten.