Biologie & Anatomie

Mykorrhiza

Der wichtigste Teil eines Baumes ist unsichtbar – und gehört ihm nicht allein. Unter der Erde lebt der Baum in enger Partnerschaft mit Pilzen, ohne die …

6 Min. Lesezeit Biologie & Anatomie Trier & Luxemburg

Der wichtigste Teil eines Baumes ist unsichtbar – und gehört ihm nicht allein. Unter der Erde lebt der Baum in enger Partnerschaft mit Pilzen, ohne die kaum ein Wald und kaum eine Streuobstwiese existieren könnte.

WasSymbiose Wurzel + Bodenpilz
Baum gibtZucker aus der Photosynthese
Pilz gibtWasser & Nährsalze
Wirkungmehr Vitalität & Trockenheitstoleranz

Was ist eine Mykorrhiza?

„Mykorrhiza“ heißt wörtlich Pilzwurzel. Gemeint ist die enge Lebensgemeinschaft zwischen den Feinwurzeln eines Baumes und bestimmten Bodenpilzen. Der Pilz umspinnt oder durchdringt die Wurzeln und erschließt mit seinem feinen Geflecht (den Hyphen) ein Bodenvolumen, das die Wurzeln allein nie erreichen würden.

MykorrhizaWurzel mit Pilzhyphennetz und Austausch von Wasser, Naehrsalzen und Zucker.Mykorrhiza: Partnerschaft an der WurzelPilz → Baum:Wasser & NährsalzeBaum → Pilz:Zucker (Energie)Das Pilzgeflecht vergrößert die aufnehmende Oberfläche der Wurzeln um ein Vielfaches.astrein-trilux.de
Das Pilzgeflecht erweitert die aufnehmende Oberfläche der Wurzeln um ein Vielfaches.

Ein Tausch zum gegenseitigen Vorteil

Die Partnerschaft funktioniert wie ein Tauschgeschäft:

Beide profitieren: Der Baum erschließt über den Pilz ein Vielfaches an Bodenvolumen, der Pilz erhält eine zuverlässige Energiequelle.

Warum sie über Leben und Tod entscheidet

Die Mykorrhiza ist kein nettes Extra, sondern überlebenswichtig:

Wie man die Mykorrhiza schützt

Was den Wurzeln schadet, schadet auch dem Pilz. Schützen lässt sich die Symbiose vor allem durch einen gesunden Boden:

Häufige Fragen

Was bringt die Mykorrhiza dem Baum konkret?

Sie verschafft ihm über das Pilzgeflecht Zugang zu deutlich mehr Wasser und Nährsalzen, verbessert die Trockenheitstoleranz und kann die Wurzeln vor Krankheitserregern schützen – im Gegenzug liefert der Baum dem Pilz Zucker.

Kann ich die Mykorrhiza meines Baumes fördern?

Ja, vor allem indirekt: Boden im Wurzelraum nicht verdichten oder versiegeln, mulchen statt überdüngen und die Baumscheibe offen halten. Ein gesunder, lebendiger Boden ist die beste Förderung.

Was schadet der Mykorrhiza am meisten?

Bodenverdichtung, Versiegelung der Baumscheibe, Überdüngung und Wurzelschäden bei Bauarbeiten. Sie treffen die feinen Pilzhyphen im Oberboden und schwächen damit die Versorgung des Baumes.

Zurück zum Glossar