„Der Baum ist innen hohl – muss der weg?“ Nicht unbedingt. Eine Röhre trägt erstaunlich viel, und Höhlen sind wertvoller Lebensraum. Entscheidend ist, wie viel gesunde Wand bleibt.
Wie Höhlungen entstehen
Eine Höhlung entsteht, wenn Fäulepilze das Stamminnere zersetzen. Außen bleibt ein Mantel gesunden Holzes. Ob der Baum noch trägt, hängt nicht vom Hohlraum ab, sondern von der verbleibenden Wand.
Die Faustregel
Maßgeblich ist das t/R-Verhältnis: Solange die Restwand etwa ein Drittel des Radius beträgt (t/R > 0,3), ist ein sonst gesunder hohler Baum meist bruchsicher. Offene Wunden und Risse verschieben den Grenzwert.
Höhlen als Lebensraum
Höhlen sind ökologisch hochwertig – Brut- und Quartierraum für Spechte, Käuze, Fledermäuse und Insekten. Viele höhlenreiche Altbäume sind zugleich sicher und als Habitatbäume schützenswert.
Häufige Fragen
Muss ein hohler Baum gefällt werden?
Nicht zwangsläufig. Solange die Restwandstärke ausreicht (Faustregel t/R > 0,3) und keine weiteren Defekte hinzukommen, kann ein hohler Baum sicher sein und als Lebensraum wertvoll bleiben.
Warum trägt ein hohler Stamm überhaupt?
Weil eine Röhre einen Großteil der Last über die Außenwand trägt – wie ein Rohr oder ein Bambushalm. Erst wenn die Wand zu dünn wird, sinkt die Bruchsicherheit deutlich.