Wenn der Obstbaumschnitt vom „Auge“ spricht, ist keine Augenkrankheit gemeint, sondern eine Knospe – und sie ist der Ausgangspunkt jedes neuen Triebs und jeder Veredelung.
Was ein Auge ist
Im Obstbau heißt jede Knospe „Auge“. Aus ihr treibt ein Blatt, ein Trieb oder eine Blüte. Beim Schnitt achtet man darauf, „auf ein nach außen gerichtetes Auge“ zu schneiden, damit der neue Trieb in die gewünschte Richtung wächst.
Schlafende Augen & Veredelung
Ein schlafendes Auge ist eine ruhende, oft von Rinde überwachsene Knospe, die der Baum als Reserve hält und bei Bedarf aktiviert. Bei der Okulation („Äugeln“) wird ein einzelnes Auge der Wunschsorte unter die Rinde der Unterlage gesetzt.
Häufige Fragen
Was ist ein Auge beim Obstbaum?
Die gärtnerische Bezeichnung für eine Knospe. Aus ihr entsteht ein Trieb, ein Blatt oder eine Blüte. Ein schlafendes Auge ist eine ruhende Reserveknospe.
Was bedeutet „auf Auge schneiden“?
Man setzt den Schnitt knapp über einer Knospe, die in die gewünschte Richtung zeigt – meist nach außen –, damit der neue Trieb dorthin wächst.