Jeder Stammquerschnitt ist ein Tagebuch: Ring für Ring erzählt er von guten und schlechten Jahren, von Trockenheit, Licht und Konkurrenz – wenn man ihn zu lesen weiß.
Wie ein Jahresring entsteht
Das Kambium bildet im Frühjahr großzelliges, helles Frühholz und im Sommer dichteres, dunkles Spätholz. Der Kontrast ergibt die sichtbaren Ringe – pro Vegetationsjahr einer.
Was die Ringe verraten
Breite Ringe stehen für gute Wuchsjahre (Wasser, Licht), schmale für Stress (Trockenheit, Konkurrenz, Beschattung). Exzentrische, einseitig breite Ringe verraten Reaktionsholz – also eine mechanische Belastung. Die Dendrochronologie datiert Hölzer über ihre Ringmuster.
Häufige Fragen
Kann man am Jahresring das Alter ablesen?
Ja, näherungsweise: Man zählt die Ringe im Stammquerschnitt, je einer pro Jahr. Bei alten oder geschädigten Bäumen kann die Zählung allerdings ungenau werden.
Warum sind manche Jahresringe breiter?
Breite Ringe entstehen in günstigen Jahren mit viel Wasser und Licht, schmale unter Stress. Einseitig breite Ringe zeigen Reaktionsholz infolge mechanischer Belastung.